Tragfähiges, umsetzbares und finanzierbares Rentenkonzept (Strategiepapier) von Deutschland im Gleichgewicht
Die Rentenpolitik von Deutschland im Gleichgewicht steht auf drei Säulen: Nachhaltigkeit, Generationengerechtigkeit und Solidarität. Unser Konzept kombiniert eine reformierte gesetzliche Rente mit einer gestärkten privaten und betrieblichen Altersvorsorge sowie gezielten Maßnahmen gegen Altersarmut.
1. Reform der gesetzlichen Rentenversicherung
1.1. Demografie-angepasste Rentenformel
- Lebensleistungsrente: Die Rentenhöhe wird stärker an individuelle Erwerbsbiografien angepasst, wobei Kindererziehungs-, Pflege- und Ausbildungszeiten besser berücksichtigt werden.
- Nachhaltigkeitsfaktor: Die Rentenanpassung wird an die Entwicklung der Lebenserwartung und des Beitragszahler Verhältnisses gekoppelt, um langfristige Finanzierbarkeit zu sichern.
- Inflationsausgleich: Jährliche Rentenanpassung mindestens in Höhe der Preissteigerung, um Kaufkraftverluste zu verhindern.
1.2. Beitragsgerechtigkeit & Flexibilisierung
- Beitragsbemessungsgrenze dynamisieren: Die Beitragsobergrenze wird schrittweise angehoben, um höhere Einkommen stärker einzubinden.
- Flexible Beitragszahlungen: Selbstständige und atypisch Beschäftigte können Wahlmodelle nutzen (z. B. monatliche oder jährliche Zahlungen).
- Solidaritätszuschlag für Spitzenverdiener: Ein zusätzlicher Beitragssatz für sehr hohe Einkommen (z. B. ab 100.000 € Brutto/Jahr) entlastet Geringverdiener.
1.3. Transparenz & Bürgerbeteiligung
- Digitale Renteninformation: Einführung einer App/Online-Plattform, die individuelle Rentenansprüche simuliert und über Vorsorgemöglichkeiten informiert.
- Bürgerräte zur Rentenreform: Regelmäßige Dialogforen, um Reformen partizipativ zu gestalten.
2. Stärkung der privaten & betrieblichen Altersvorsorge
2.1. Staatlich geförderte Privatvorsorge
- „Deutschland-Rente“: Ein neues, steuerlich begünstigtes Modell mit Garantiezinsen und niedrigen Verwaltungskosten (ähnlich der Riester-Rente, aber ohne komplizierte Förderlogik).
- Arbeitgeberpflicht zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV): Jeder Arbeitgeber muss eine bAV anbieten, mit staatlicher Co-Finanzierung für Kleinbetriebe.
- Wohn-Riester: Förderung von wohnungsbezogener Altersvorsorge (z. B. durch Tilgungszuschüsse bei eigengenutztem Wohneigentum).
2.2. Nachhaltige Kapitalanlagen
- Rentenkassen investieren grün: Mindestens 30 % der Rentenreserven fließen in nachhaltige Projekte (Infrastruktur, erneuerbare Energien).
- Bürgerfonds: Einführung eines öffentlich-rechtlichen Altersvorsorgefonds, der breit gestreut in stabile Märkte investiert.
3. Finanzierung & Generationengerechtigkeit
3.1. Stabilisierung des Umlagesystems
- Erhöhung des Bundeszuschusses: Der Steueranteil an der Rentenversicherung wird schrittweise von derzeit ~25 % auf 30 % angehoben.
- **Einführung einer „Demografie Rente“: Eine teilweise Kapitaldeckung wird eingeführt, indem Überschüsse aus konjunkturell starken Jahren in einen Generationenfonds fließen.
3.2. Steuerliche Entlastung & Generationenvertrag
- Senkung des Rentenbeitrags für junge Arbeitnehmer: Durch eine Mischfinanzierung aus Steuern und Kapitalerträgen wird der Beitragssatz stabil bei max. 22 % gehalten.
- Erbschaftssteuer für Mega-Vermögen: Zusätzliche Einnahmen aus einer Reform der Erbschaftssteuer fließen teilweise in die Rentenkasse.
4. Maßnahmen gegen Altersarmut
4.1. Grundrente 2.0
- Armutsfeste Mindestrente: Jeder mit mindestens 30 Beitragsjahren erhält eine Rente oberhalb der Grundsicherung (ca. 1.200 € brutto).
- Kein Rentenabschlag für Langzeitarbeitslose: Zeiten der Arbeitslosigkeit werden rentenrechtlich besser angerechnet.
4.2. Förderung von Erwerbstätigkeit im Alter
- Flexirente: Möglichkeit, ab 60 teilweise in Rente zu gehen und gleichzeitig weiterzuarbeiten (kein voller Rentenabschlag).
- Bildungsgutscheine für Ältere: Staatliche Förderung von Weiterbildung, um längeres Arbeiten zu ermöglichen.
5. Umsetzungsfahrplan
| Zeitraum | Maßnahme |
| 2025–2026 | Einführung der „Deutschland-Rente“, Erhöhung des Bundeszuschusses |
| 2027–2028 | Reform der Rentenformel, Einführung des Demografie-Fonds |
| 2029–2030 | Vollständige Digitalisierung der Renteninformation, Ausbau der Grundrente |
| Langfristig | Stetige Anpassung an demografische Entwicklungen |
6. Fazit: Ein zukunftssicheres Rentensystem
Das Konzept von Deutschland im Gleichgewicht verbindet Solidarität mit Nachhaltigkeit:
✔ Finanzierbar durch Mischung aus Umlage, Kapitaldeckung und Steuerzuschüssen.
✔ Generationengerecht durch Entlastung Jüngerer und faire Lastenverteilung.
✔ Sozial ausgewogen durch Schutz vor Altersarmut und Flexibilität für Erwerbstätige.
Die Rente der Zukunft ist sicher, gerecht und solidarisch – damit alle Generationen gut leben können.
Detaillierte Ausarbeitung der einzelnen Punkte:
1. Reform der gesetzlichen Rentenversicherung
1.1 Demografie-angepasste Rentenformel
Maßnahmen & Umsetzung
- Lebensleistungsrente:
- Kindererziehungszeiten: Anrechnung von 3 Rentenpunkten pro Kind (bisher: 2–3 Punkte, je nach Geburtsjahr).
- Pflegezeiten: Vollwertige Anrechnung für pflegende Angehörige (analog zu Beitragszahlungen).
- Ausbildungszeiten: Berücksichtigung von Studien- und Ausbildungszeiten (begrenzt auf max. 5 Jahre).
- Nachhaltigkeitsfaktor:
- Kopplung der Rentenanpassung an Lebenserwartung + Beitragszahler-Rentner-Verhältnis.
- Formel: *Rentenerhöhung = Inflation + 0,5 × (Lohnentwicklung – Demografiefaktor) *.
- Inflationsausgleich:
- Garantie: Mindestanpassung = Verbraucherpreisindex (CPI).
Kosten-Nutzen-Analyse
| Kosten | Nutzen | Einsparungen/Finanzierung |
| +3 Mrd. €/Jahr (durch höhere Anrechnungen) | + soziale Gerechtigkeit, weniger Altersarmut | –1 Mrd. €/Jahr durch Nachhaltigkeitsfaktor (langsamere Rentensteigerung) |
| + Verwaltungskosten (50 Mio. €/Jahr) für Umstellung | + höhere Akzeptanz des Systems | Langfristig stabileres System (weniger Nachholeffekte bei Demografie) |
🔹 Netto-Kosten: ~2 Mrd. €/Jahr (abgefedert durch Nachhaltigkeitsfaktor).
1.2 Beitragsgerechtigkeit & Flexibilisierung
Maßnahmen & Umsetzung
- Beitragsbemessungsgrenze dynamisieren:
- Anhebung von derzeit 87.600 € auf 100.000 € (schrittweise über 5 Jahre).
- Flexible Beitragszahlungen:
- Selbstständige können wählen: Monatliche Zahlung oder Jahrespauschale (mit 2 % Nachlass).
- Solidaritätszuschlag für Spitzenverdiener:
- +2 % Beitrag für Einkommen >100.000 €/Jahr.
Kosten-Nutzen-Analyse
| Kosten | Nutzen | Einsparungen/Finanzierung |
| + Verwaltungskosten (30 Mio. €/Jahr) für flexible Modelle | + höhere Beitragseinnahmen (ca. +5 Mrd. €/Jahr durch BBG-Anhebung) | +2,5 Mrd. €/Jahr durch Solidaritätszuschlag |
| –500 Mio. €/Jahr (Steuerausfall bei Selbstständigen-Nachlass) | + mehr Selbstständige in RV (geschätzt +200.000 Personen) | Netto-Plus: ~7 Mrd. €/Jahr |
🔹 Finanzierung gesichert durch höhere Beiträge.
1.3 Transparenz & Bürgerbeteiligung
Maßnahmen & Umsetzung
- Digitale Renteninformation:
- Entwicklung einer „RV-Konto-App“ (Kosten: 200 Mio. € einmalig, 20 Mio. €/Jahr Betrieb).
- Enthält:
- Aktueller Rentenanspruch
- Simulator für spätere Rentenhöhe
- Vergleich private vs. gesetzliche Vorsorge
- Bürgerräte zur Rentenreform:
- 2x pro Jahr (Kosten: 5 Mio. €/Jahr).
Kosten-Nutzen-Analyse
| Kosten | Nutzen | Einsparungen/Finanzierung |
| 220 Mio. € (Startkosten) + 25 Mio. €/Jahr | + höhere Akzeptanz, weniger Fehlentscheidungen bei Vorsorge | –500 Mio. €/Jahr (geschätzt, durch bessere private Vorsorge & weniger Grundsicherungsfälle) |
| – | + politische Legitimität | Langfristig stabileres System (weil Reformen besser kommuniziert werden) |
🔹 Amortisiert sich nach 5–10 Jahren durch geringere Folgekosten.
Gesamtbilanz der Reform
| Maßnahme | Kosten (€/Jahr) | Einnahmen/Ersparnis (€/Jahr) | Netto-Effekt |
| Demografie-Formel | +3 Mrd. | –1 Mrd. | +2 Mrd. |
| Beitragsgerechtigkeit | –0,5 Mrd. | +7 Mrd. | +6,5 Mrd. |
| Transparenz | +0,025 Mrd. | –0,5 Mrd. | –0,475 Mrd. |
| Summe | +2,525 Mrd. | +5,5 Mrd. | +8 Mrd. Überschuss/Jahr |
Langfristige Finanzierungssicherung
✅ Beitragsstabilisierung: Durch BBG-Anhebung & Solidaritätszuschlag bleibt der Beitragssatz bei ~22 %.
✅ Nachhaltigkeitsfaktor verhindert Explosion der Rentenausgaben.
✅ Digitale Tools reduzieren langfristig Fehlplanungen (weniger Grundsicherung).
Risiken
⚠ Politische Widerstände (z. B. gegen BBG-Anhebung).
⚠ Demografischer Druck (falls Geburtenrate weiter sinkt).
Fazit: Reform ist finanzierbar und nachhaltig
- Kurzfristige Kosten: ~2 Mrd. €/Jahr (für sozialen Ausgleich).
- Mittelfristige Entlastung: +8 Mrd. €/Jahr durch höhere Beiträge & weniger Fehlanreize.
- Langfristige Stabilität: Durch Demografiefaktor & digitale Steuerung.
🔹 Die Reform sichert die Rente für die nächsten Generationen – ohne Beitragsexplosion.
2. Stärkung der privaten & betrieblichen Altersvorsorge
2.1 Staatlich geförderte Privatvorsorge
Maßnahmen & Umsetzung
1. „Deutschland-Rente“ (Reform der Riester-Rente)
- Modell:
- Garantiezins: 1,5 % p.a. (staatlich abgesichert, ähnlich wie früher bei Lebensversicherungen).
- Förderung:
- Grundzulage: 200 €/Jahr (statt bisher 175 €).
- Kinderzulage: 300 €/Jahr (statt 185 €).
- Steuerliche Absetzbarkeit: 100 % der Beiträge (bis 2.100 €/Jahr).
- Kostenbegrenzung: Max. 0,5 % Verwaltungsgebühren (bisher oft 2–3 %).
- Zielgruppe:
- Gering- bis Normalverdiener (Fokus auf Personen mit < 3.000 € Brutto/Monat).
2. Arbeitgeberpflicht zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV)
- Pflichtmodell:
- Jeder Arbeitgeber (ab 5 Mitarbeitern) muss eine bAV anbieten.
- Mindestbeitrag: 15 % des Bruttogehalts (Arbeitgeber: 10 %, AN: 5 %).
- Staatliche Co-Finanzierung:
- Für KMU (≤ 50 MA): 50 % Zuschuss zu AG-Anteil (max. 500 €/MA/Jahr).
3. „Wohn-Riester“ (Wohneigentum als Altersvorsorge)
- Förderung:
- Tilgungszuschuss: 5.000 € einmalig bei Eigenheim-Kauf (für unter 40-Jährige).
- Steuerliche Absetzbarkeit: Zinsen und Tilgung bis 3.000 €/Jahr.
Kosten-Nutzen-Analyse
| Maßnahme | Kosten (Mrd. €/Jahr) | Nutzen | Einsparungen / Gegenfinanzierung |
| Deutschland-Rente | +2,5 (Zulagen + Steuerausfall) | +5 Mio. neue Sparer, weniger Grundsicherungsfälle | –1,0 (durch reduzierte Altersarmut) |
| bAV-Pflicht | +1,0 (KMU-Subventionen) | +7 Mio. zusätzlich in bAV, höhere Alterseinkommen | –0,8 (weniger staatl. Rentenzuschüsse) |
| Wohn-Riester | +0,5 (Tilgungszuschüsse) | +300.000 zusätzliche Eigentümer, stabilere Altersvorsorge | –0,2 (geringere Mietkosten im Alter) |
| Summe | +4,0 | System entlastet um ~2,0 | Netto-Kosten: ~2,0 |
🔹 Langfristige Entlastung:
- Geringere Grundsicherungskosten (geschätzt –3 Mrd. €/Jahr ab 2040).
- Höhere Kapitaldeckung entlastet Umlagesystem.
2.2 Nachhaltige Kapitalanlagen
Maßnahmen & Umsetzung
1. Grüne Renteninvestments (30 %-Quote)
- Umsetzung:
- Deutsche Rentenversicherung investiert 30 % ihrer Rücklagen (ca. 100 Mrd. €) in:
- Infrastruktur (z. B. Bahnausbau, Stromnetze).
- Erneuerbare Energien (Wind-/Solarparks, Wasserstoff).
- Renditeerwartung: 4–6 % p.a. (statt 2–3 % bei Staatsanleihen).
- Deutsche Rentenversicherung investiert 30 % ihrer Rücklagen (ca. 100 Mrd. €) in:
2. Bürgerfonds (öffentlich-rechtlicher Altersvorsorgefonds)
- Modell:
- Staatlicher Dachfonds, in den Bürger freiwillig einzahlen können.
- Anlagestrategie:
- 50 % globale Aktien (MSCI World), 30 % Infrastruktur, 20 % grüne Bonds.
- Kosten: 0,3 % p.a. (günstiger als private Fonds).
Kosten-Nutzen-Analyse
| Maßnahme | Kosten | Nutzen | Einsparungen / Rendite |
| Grüne Investments | –5 Mrd. € (Umschichtungskosten) | +0,5–1,0 % Rendite (+500 Mio.–1 Mrd. €/Jahr) | CO₂-Reduktion + Imagegewinn |
| Bürgerfonds | 0,1 Mrd. €/Jahr (Betriebskosten) | +5 Mio. Teilnehmer (bis 2030), höhere Privatvorsorge | +2 Mrd. €/Jahr (durch Kapitalmarkt-Rendite) |
| Summe | –5,1 (einmalig) | System entlastet um ~3,0/Jahr | Netto-Plus ab Jahr 5 |
🔹 Langfristiger Effekt:
- Rentenkassen erzielen höhere Erträge (statt Negativzinsen).
- Weniger Abhängigkeit vom Umlagesystem.
Gesamtbilanz der Reform
| Bereich | Kosten (Mrd. €/Jahr) | Ersparnis/Einnahmen (Mrd. €/Jahr) | Netto-Effekt |
| Private Vorsorge | +4,0 | –2,0 | +2,0 |
| Nachhaltige Investments | –5,1 (einmalig) | +3,0 | –2,1 (ab Jahr 5: +0,9) |
| Summe | –1,1 (kurzfristig) | +1,0 (langfristig) | Break-even nach ~7 Jahren |
Langfristige Finanzierungssicherung
✅ Deutschland-Rente:
- Selbsttragend ab 2035 (durch höhere Sparquoten & weniger Grundsicherung).
✅ bAV-Pflicht:
- KMU-Förderung sinkt ab 2030 (weil bAV zur Selbstläufer wird).
✅ Grüne Investments:
- Ab 2030: +1 Mrd. €/Jahr Mehreinnahmen für Rentenkasse.
Risiken
⚠ Kapitalmarktrisiko (Bürgerfonds könnte bei Crashs Verluste machen).
⚠ Politische Unsicherheit (Förderprogramme könnten gekürzt werden).
Fazit: Tragfähig, aber mit Anlaufkosten
- Kurzfristig: –2 Mrd. €/Jahr (für Förderungen & Umschichtungen).
- Mittelfristig: Break-even nach 7 Jahren.
- Langfristig: +3–5 Mrd. €/Jahr Entlastung durch höhere Kapitalrendite & weniger Altersarmut.
🔹 Die Reform macht private Vorsorge attraktiver und entlastet die gesetzliche Rente – nach einer Anlaufphase finanziert sie sich selbst.
3. Finanzierung & Generationengerechtigkeit
3.1 Stabilisierung des Umlagesystems
Maßnahmen & Umsetzung
1. Erhöhung des Bundeszuschusses (25 % → 30 %)
- Aktuell: Der Bund steuert ~112 Mrd. €/Jahr (25 % der Rentenausgaben) bei.
- Reform:
- Schrittweise Anhebung auf 30 % bis 2030 (+56 Mrd. €/Jahr).
- Finanzierung:
- 1/3 aus allgemeinem Bundeshaushalt (über Steuern).
- 2/3 aus Erbschaftssteuer-Reform (s. 3.2).
2. „Demografie-Rente“ (Teilkapitaldeckung)
- Modell:
- In wirtschaftlich starken Jahren (BIP-Wachstum > 1,5 %) fließen 20 % der RV-Überschüsse in einen Generationenfonds.
- Fonds-Strategie:
- 60 % globale Aktien, 30 % Infrastruktur, 10 % grüne Bonds.
- Renditeerwartung: 4–6 % p.a.
- Entnahmen: Ab 2040 werden jährlich 2 % des Fondsvolumens für Rentenzahlungen genutzt.
Kosten-Nutzen-Analyse
| Maßnahme | Kosten (Mrd. €/Jahr) | Nutzen | Einsparungen / Gegenfinanzierung |
| Bundeszuschuss +30 % | +56,0 (ab 2030) | Stabiler Rentenbeitrag (22 %) | –20,0 (durch Erbschaftssteuer, s. 3.2) |
| Demografie-Rente | –5,0 (einmalig, Fondsaufbau) | Langfristig +3–5 Mrd. €/Jahr (ab 2040) | Weniger Druck auf Umlagesystem |
| Summe | +51,0 | System entlastet um ~25,0 | Netto-Kosten: ~26,0 |
🔹 Langfristige Entlastung:
- Generationenfonds könnte bis 2050 ~500 Mrd. € umfassen (ergibt ~10 Mrd. €/Jahr Entlastung).
- Beitragsstabilität verhindert Belastung junger Arbeitnehmer.
3.2 Steuerliche Entlastung & Generationenvertrag
Maßnahmen & Umsetzung
1. Rentenbeitragssenkung für Junge (22 %-Deckel)
- Modell:
- Für unter 30-Jährige: Beitrag sinkt von 18,6 % auf 16 % (Differenz wird aus Steuern gezahlt).
- Finanzierung:
- 50 % aus Demografie-Fonds-Rendite.
- 50 % aus Erbschaftssteuer.
2. Erbschaftssteuer-Reform für Mega-Vermögen
- Aktuell: Erbschaftssteuer bringt ~8 Mrd. €/Jahr.
- Reform:
- Freigrenze: 1 Mio. € (bisher: 400.000 €).
- Steuersatz:
- 5 % auf 1–10 Mio. € (bisher: 7–30 %).
- 15 % auf >10 Mio. € (bisher: 30 %).
- Volumen: +20 Mrd. €/Jahr (durch Wegfall von Schlupflöchern).
- Verwendung:
- 50 % für Rentenkasse.
- 50 % für Bildung/Klima.
Kosten-Nutzen-Analyse
| Maßnahme | Kosten (Mrd. €/Jahr) | Nutzen | Einsparungen / Gegenfinanzierung |
| Beitragssenkung Junge | –12,0 | Höhere Akzeptanz, weniger Abwanderung | +6,0 (durch Erbschaftssteuer) |
| Erbschaftssteuer-Reform | 0 (selbsttragend) | +20,0 Mrd. €/Jahr | Finanziert Beitragssenkung + Bundeszuschuss |
| Summe | –12,0 | System gewinnt +26,0 | Netto-Plus: +14,0 |
🔹 Langfristiger Effekt:
- Junge Arbeitnehmer bleiben im System (weniger Beitragsflucht).
- Vermögensungleichheit sinkt, Sozialfrieden steigt.
Gesamtbilanz der Reform
| Bereich | Kosten (Mrd. €/Jahr) | Ersparnis/Einnahmen (Mrd. €/Jahr) | Netto-Effekt |
| Bundeszuschuss + Demografie-Rente | +51,0 | –25,0 | +26,0 |
| Beitragssenkung + Erbschaftssteuer | –12,0 | +26,0 | +14,0 |
| Summe | +39,0 | +1,0 | Netto-Kosten: ~12,0 |
🔹 Break-even:
- Kurzfristig: –12 Mrd. €/Jahr (für Generationenfonds + Beitragssenkung).
- Langfristig (ab 2040): +15–20 Mrd. €/Jahr durch Fondsrenditen & stabile Beiträge.
Langfristige Finanzierungssicherung
✅ Demografie-Rente:
- Ab 2050 deckt der Fonds ~10 % der Rentenausgaben (statt heutige 0 %).
✅ Erbschaftssteuer:
- Dauerhafte Einnahmequelle (kein politisches Risiko wie bei Schulden).
✅ Beitragsstabilität:
- Verhindert Beitragssprünge (wie aktuell prognostizierte 22 % → 26 % bis 2040).
Risiken
⚠ Kapitalmarktrisiko (Fonds könnte in Krisen Verluste machen).
⚠ Politische Unsicherheit (Erbschaftssteuer-Reform könnte blockiert werden).
Fazit: Generationengerechtigkeit mit Anlaufinvestitionen
- Kurzfristig: –12 Mrd. €/Jahr (für Fondsaufbau + Beitragsentlastung).
- Mittelfristig: Break-even ab 2035.
- Langfristig: +15–20 Mrd. €/Jahr Entlastung durch Kapitalrenditen & stabile Demografie.
🔹 Die Reform kombiniert Steuergerechtigkeit mit nachhaltiger Finanzierung – ohne die junge Generation zu überlasten.
4. Maßnahmen gegen Altersarmut
4.1 Grundrente 2.0
Maßnahmen & Umsetzung
1. Armutsfeste Mindestrente (1.200 € brutto)
- Anspruch:
- 30 Beitragsjahre (inkl. Kindererziehung/Pflege).
- Einkommensprüfung: Nur bei Renten < 1.200 € brutto (ca. 2,5 Mio. Rentner betroffen).
- Aufstockung:
- Differenz zwischen aktueller Rente und 1.200 € wird zu 80 % ausgeglichen.
- Beispiel: Bei 800 € Rente → +320 € Aufstockung (= 1.120 €).
- Finanzierung:
- 70 % aus Rentenversicherung, 30 % aus Steuern.
2. Kein Rentenabschlag für Langzeitarbeitslose
- Aktuell: Arbeitslose erhalten nur 0,83 Rentenpunkte/Jahr (statt 1,0 bei Vollzeit).
- Reform:
- 1,0 Punkt/Jahr für alle Arbeitslosen mit > 5 Jahren Beitragszeit.
- Kosten: Wird durch RV getragen (kein Steuerzuschuss).
Kosten-Nutzen-Analyse
| Maßnahme | Kosten (Mrd. €/Jahr) | Nutzen | Einsparungen / Gegenfinanzierung |
| Mindestrente (1.200 €) | +12,0 (RV: 8,4 / Steuer: 3,6) | –1,5 Mio. Grundsicherungsempfänger | –4,5 (durch weniger Grundsicherung) |
| Rentenanrechnung Arbeitslosigkeit | +1,8 (RV) | Höhere Renten für 800.000 Betroffene | –0,5 (weniger Sozialausgaben) |
| Summe | +13,8 | System entlastet um ~5,0 | Netto-Kosten: ~8,8 |
🔹 Langfristige Effekte:
- Geringere Grundsicherungskosten (–6 Mrd. €/Jahr ab 2040).
- Weniger Altersarmut → höhere Konsumnachfrage (+0,2 % BIP-Wachstum).
4.2 Förderung von Erwerbstätigkeit im Alter
Maßnahmen & Umsetzung
1. Flexirente (Teilrente ab 60)
- Modell:
- Ab 60 kann man 50 % Rente + 50 % Gehalt beziehen (kein Abschlag).
- Voraussetzung: 40 Beitragsjahre.
- Finanzierung: Durch RV (keine Steuermittel).
2. Bildungsgutscheine für Ältere („Silver Skills“)
- Förderung:
- 2.000 €/Person für Weiterbildung (Digitalkurse, Handwerk, Pflege).
- Zielgruppe: 55–67-Jährige (ca. 5 Mio. Personen potenziell).
- Finanzierung: 50 % Arbeitsagentur, 50 % Rentenversicherung.
Kosten-Nutzen-Analyse
| Maßnahme | Kosten (Mrd. €/Jahr) | Nutzen | Einsparungen / Gegenfinanzierung |
| Flexirente | +2,5 (RV) | +300.000 zusätzliche Erwerbstätige | –1,0 (durch Steuern/Beiträge) |
| Bildungsgutscheine | +1,0 (0,5 AA / 0,5 RV) | +200.000 länger Beschäftigte | –0,8 (höhere RV-Beiträge) |
| Summe | +3,5 | System entlastet um ~1,8 | Netto-Kosten: ~1,7 |
🔹 Langfristige Effekte:
- Flexirente: Bis 2040 +5 Mrd. €/Jahr durch längere Beitragszahlungen.
- Bildungsgutscheine: Höhere Produktivität (+0,3 % BIP).
Gesamtbilanz der Reform
| Bereich | Kosten (Mrd. €/Jahr) | Ersparnis/Einnahmen (Mrd. €/Jahr) | Netto-Effekt |
| Grundrente 2.0 | +13,8 | –5,0 | +8,8 |
| Erwerbstätigkeit im Alter | +3,5 | –1,8 | +1,7 |
| Summe | +17,3 | –6,8 | Netto-Kosten: ~10,5 |
Langfristige Finanzierungssicherung
✅ Grundrente 2.0:
- Selbsttragend ab 2040 (durch wegfallende Grundsicherung).
✅ Flexirente:
- Ab 2035: Netto-Plus durch längere Erwerbstätigkeit.
✅ Bildungsgutscheine:
- Amortisation nach 5 Jahren (durch höhere Lohnsteuer).
Risiken
⚠ Demografischer Druck (mehr Anspruchsberechtigte als geplant).
⚠ Arbeitsmarktkapazität (ob Ältere wirklich Jobs finden).
Fazit: Sozialer Frieden mit klarem ROI
- Kurzfristig: –10,5 Mrd. €/Jahr (für Grundrente + Bildung).
- Mittelfristig: Break-even ab 2035.
- Langfristig: +8–10 Mrd. €/Jahr durch weniger Armut + längere Erwerbsphasen.
🔹 Die Reform bekämpft Altersarmut effektiv – und rechnet sich langfristig durch höhere Steuern/Beiträge.
Finanzierungsmix im Überblick
| Quelle | Mrd. €/Jahr |
| Rentenversicherung | +12,0 |
| Steuern | +4,6 |
| Arbeitsagentur | +0,5 |
| Gegenfinanzierung | –6,8 |
| Netto-Kosten | +10,5 |
